Datça

Unser Ziel für dieses Frühjahr , Datça. Für Daniel das dritte Mal, für mich das Erste. Irgendwo in der Türkei, am Arsch der Heide. ABER !!!Die lange Anreise von fast einem Tag ist es wert. Hamburg-Istanbul-Dalaman und zwei Stunden Autofahrt.

Da die Hinfahrt im dunkeln stattfand, habe ich die atemberaubende Landschaft der Halbinsel nicht wahr genommen. Erst auf der Rückfahrt hat es mich umgehauen. Ooookkayyy, für 60 km über eine Stunde benötigen, das spricht schon für sich, aber die Strecke Marmaris – Datça (oder umgekehrt) ist landschaftlich sensationell. Man gurkt serpentinmäßig über Kopf und Stein und hat eine tolle Aussicht auf das Meer und eine satte, grüne und hügelige Landschaft. Bombe!

Datça selbst ist größer als ich dachte (warum auch immer ich dachte es sei ein Nest…) und scheint zu boomen. Man sieht bei Saison ist es sehr touristisch, aber wohl nur türkischer Tourismus. Und dafür wird gebaut was das Zeug hält.  Jetzt, außer Saison ist es sehr leer und am Fels begegnen wir immer wieder dem gleichen Pärchen. Das Klettergebiet ist übersichtlich und man hat immer die gleiche Zufahrt (täglich grüßt das Murmeltier). Zur Info: 5er und 6er Kletterer werden hier nicht glücklich werden, das Klettergebiet ist ernsthaft bewertet und leichte Routen sind Mangelware. Warm machen heißt 6a+ und schwerer….und schwerer, dem sind keine Grenzen gesetzt. Dafür ein top abgesichertes Gebiet, auch am Umlenker alles Sahne, egal wo. Aufgrund der niedrigen Klettererfrequenz sind die Routen null speckig und teilweise echt aua.

Ein Blick auf die Sektoren Can Baba, Uzak Zurufa und Shaman, vor dem Aufstieg.

In folgenden Sektoren waren wir:

  • Sektor Shaman
  • Sektor Uzak Zurafa
  • Sektor Can Baba
  • Sektor Sucuk
  • Sektor Domuzbuku

Die Sektoren Shaman, Uzak Zurafa und Can Baba liegen an einem Felsband. Der Zustieg beträgt locker 200 Höhenmeter und dauert 20 min, da schnauft man schon mal. Sektor Shaman geht noch mal gute 10 min länger, da schnauft man noch mehr. Aber das Ziel ist klasse. Can Baba ist die Wucht, eine atemberaubende Höhle von 70 meter Höhe und 18 meter Überhang, WOWIIIEEE. Da strahlt das Kletterherz (obwohl man davon so gut wie nix Klettern kann, weil nix High-End-Kletterer), aber ein Ausflug lohnt sich definitiv und ein paar Touren in der Höhle sind auch für uns machbar.

Can Baba

Von Can Baba geht es nach links zu Uzak Zurufa und dann zu Shaman ein Übergang von orangen, verschlossenen Kalkgestein zu scharfkantigen grauen, liegenden Kalkgestein. Für jeden was dabei.

Genehmer Rückweg von Sektor Sucuk

Sektor Sucuk ist ein kurzer Walk, von der Straße etwa 7 Minuten. Die leichten Routen 6a+ und 6b machen super viel Spaß und man merkt dass der Routensetzer ein gutes Auge für eine schöne Linie hat. Mein Favorit hier, die „Thrace“, 6b+, ein riesen Gaudi. Aber auch die 7a´s lohnen sich hier. Der Rest ist für uns nicht kletterbar, aber sieht klasse aus.

Daniel vor seiner 7a „Confusion“

Süßes Überhänglein in Sucuk

Sektor Domuzbuku ist da schon eine Herausforderung, unterscheidet sich die Felsstruktur doch wesentlich von den anderen. Geschlossener Fels mit vielen negativen Griffen, hier muss verlass auf die Füße sein. Das kann gruselig sein wenn man es nicht gewöhnt ist.

Für uns und unserem Kletterlevel waren 6 Tage klettern schon ausreichend für das Gebiet. Jeder der schwerer klettert hat natürlich mehr Auswahl. Empfehlenswert ist ein 80 meter Seil und 20 Exen. Eine zusätzliche Absicherung ist nicht notwendig.

Sodele, das war es schon. Habt Spaß beim lesen.

Eure Frauke

Kennt wer die Höhlenhocker in Sektor Sucuk?!

 

 

 

 

 

Immer wieder Kalymnos

Es war ja nicht das erste Mal Kalymnos und es ist nicht unser erster Bericht von der Kletterinsel, aber es ist halt immer wieder ein Träumchen dort ein paar Tage genießen zu dürfen. Gerade um diese Jahreszeit ist es ein toller Ausklang des Sommers, bevor man sich wieder dem usseligen Deutschlandwetter hingibt.

Aus dem Grund berichte ich nur von den Klettergebieten wo ich bisher noch nicht war.

Skalia Balcony 

Die Insel ist dieses Jahr um die Zeit echt voll. Vielleicht liegt es an der momentanen politischen Situation in der Türkei dass man nie alleine am Fels ist. Daher tut ein bisl laufen gut, denn in den Klettergebieten mit den längeren  Zustiegen sind meist nicht so viel Leute. Entspannt gelaufen ist man in 20-25 min am Sektor Skalia Balcony. Die Routen sind gut abgesichert und wenig abgegriffen. Wer auf Chickenheadklettern steht (iiiich !!) ist hier herzlich Willkommen. Hier tun die Pfoten weh und stehen muss man auf kleinen, krumpeligen Chickenheads, die aber erstaunlicherweise gut halten. Fraukestyle eben 🙂 . Fallen nicht empfohlen, der Fels ist echt scharf.

Skalia Balcony

Gerakios – Trois Ilots (right + left)

Schon interessant dass ein Klettersektor so unterschiedlich bewertet sein kann. Trois Ilots right ist mit durchaus knackigen Touren einer der schwerer bewerteten Teile von Gerakios. Hier kann mal eine 6b schwerer sein als gedacht. Nichtsdestotrotz, tolle und abwechslungsreiche Touren. Tetonne Pas (6a+) ist eine Genießertour mit Ende an einem Buckelchen.

 

Crystal Line (6a)

Empfehlung: Hier befindet sich für mich die mit schönste Klettertour Kalymnos: Crystal Line (6a). Unabhängig der Schwierigkeit sollte jeder die Tour gesehen haben. Der Einstieg ist blöde, aber dann ist es eine regelrechte Sightseeingtour durch Höhlen mit wunderbaren Kristallansammlungen.
Gerakios trois left ist wirklich reine Genusskletterei mit Spaßtouren, die aber echt sehr leicht für Ihren Grad sind. Somit perfekt für den ersten oder letzten Tag am Fels (bei uns war es der Letzte). AP. Wall (6a+) ist mit die längste Tour hier, aber macht richtig Fun.

 

 

Arginonta Valley

Wer nicht das erste Mal auf Kalymnos ist kennt den Esel der gerne iii-aahhhhh schreit. Bis dato habe ich ihn aber nie gesehen. Jetzt schon, das ist er:

Streckt der mir doch tatsächlich die Zunge raus

 

An dem muss man vorbei wenn man zum Sektor will. Wollen wir ihm einen Namen geben? Vorschläge erwünscht…

 

Fridolin? King-Kong ? Brösel?

 

 

 

Den Sektor kann man kaum verpassen, steht doch inmitten der etwas, wie soll ich es sagen, von den Griechen vernachlässigten Landschaft, ein von der EU gesponsertes Tor. Irgendwie echt abgefahren und fraglich notwendig. Von hier blickt man schon auf den Sektor. Wer auf Kletterhallenstyle steht ist hier gut aufgehoben. Kurzer Anstieg und gut gesicherte Touren. „Middle Wall“ ganz nett für einen Tag, mit ähnlichen Touren nebeneinander. Allerdings gebe ich dem Gebiet noch ein- zwei Jährchen und dann ist das alles abgespeckt. Gut für heiße Tage, der Fels liegt im Schatten.

Voll die Kletterhalle

Arginonta Skyline

Noch so ein Gebiet, wo nicht jeder gerne hinlatscht. Gerade das mit hinterste Gebiet „Ovoland“. Empfehlung: Durchaus mal eine Stirnlampe einpacken. Wir haben uns auf dem Rückweg verzettelt (andere auch… somit sind wir nicht die einzigen gewesen). Wenn es dunkel wird kann es echt spannend werden, weil man doch mal genauer schauen muss wo der Weg ist. Ein Tip: Immer an den Felsfüßen entlang. Wenn man auf dem Rückweg plötzlich von oben runter auf eine Felswand schaut, ist man falsch, lach…

Ovoland gehört zu den geschenkten Gebieten. Eine Tour nach der anderen easy bewertet, was nach er dritten Tour langweilig wird. Wechselt man zu „Little Vernon“ sieht es da schon anders aus. Hier sind ganz unterschiedliche Touren, von mini kleingriffig zu überhängend und schwer. Hier ist die Tour Anazitisi (6b) echt empfehlenswert (obwohl vor uns einer schimpfend runter kam, ist halt doch Geschmacksache). Langweilig ist sie jedenfalls nicht und man muss halt seinen Füßen trauen. Wir fanden sie klasse.

Little Verdon

 

Sodele, das war’s… die restlichen Gebiete sind nix neues auf Kalymnos, bzw. wurden auf unserem Blog schon kommuniziert. Schade fand ich diesmal die vielen Mietwagen, die in Missouri die Straßen verstopft haben. Mit dem Roller über die Insel pesen ist für mich immer noch DER Kalymnienstyle, aber jedem wie er meint….

 

Oberes Donautal

Unser Ziel ist die Ecke um Beuron/Sigmaringen. Erhascht einen Blick auf das Schloss von Sigmaringen und taucht dann in eine zauberhafte Landschaft ein. Die Straße führt direkt durch das Donautal und man blickt auf beeindruckende Felsformationen, die hoch aus den Wäldern herausragen. Wow… Dachten wir der Campingplatz „Wagenbau“ in Hausen i. Tal ist ein überfüllter und lauter Dauerwagenplatz, mit Gärtchen und Co., werden wir sehr positiv überrascht. Ein kleiner muggeliger Campingplatz zum Wohlfühlen. Es ist alles da was man braucht, sogar eine Schwimmeinlage in der Donau ist drin. Die Bewirtung ist super nett und Mo,Mi,Fr gibt es frisch gebackenen Flammkuchen aus dem Ofen. Bombe! Bombe auch der Panoramablick auf die Felsen, da geht das Kletterherz auf (allerdings kann man an denen nicht klettern, erst weiter hinten).http://www.camping-wagenburg.de/

Entspannt den Tag starten

Apropos klettern… Wer Spalten und Rissklettern ohne Tritte üben will, ist hier im Paradies. Geniale und schön hohe Touren an beeindruckendem Fels. Die Auswahl ist wahnsinnig groß und die Landschaft echt wunderbar. Die Bewertung ist unserer Meinung nach ernsthaft, da kann eine 6+ schon eine Herausforderung sein. Zusätzlich haben wir einen ollen Kletterführer (Donautal 12. Auflage), wir merken dass ein paar Routen und Haken im Führer fehlen. Aber Daumen hoch 👍 für das Klettergebiet.

Blick nach oben. „Donaucalanques“

Die Hausenser Felsen

„Donaucalanques“. Klettern direkt an der Donau

Ein Stück „Hausener Felsen“

Restday: Eine Radeltour ist unumgänglich und ein MUSS. Gleich in Hausen ist ein super netter Fahrradverleih, aber nicht nur Fahrräder, auch Kletterzeugs kann man dort ausleihen. http://www.valleybike.de/.Wir sind etwa 20km, die Donau aufwärts Richtung Tuttlingen, geradelt. Bergauf, bergab, eine Genießertour mit Zwischenstopps zum verschnaufen. Alleine ist man nie, wir denken fast das Kletterer hier in der Minderzahl sind. Haufenweise Radler sind hier unterwegs.

Auch zum paddeln lädt die Donau ein

Weitere Empfehlungen:

http://www.laizer-apotheke.de/.    Der nette Apotheker hat mich noch von den Spinnweben aus der Kletterroute befreit. Voll herzig.

Bistro Freiraum, Hauptstr. 32, 72488 Sigmaringen. Schräg der o.g. Apotheke gegenüber. Ein Geheimtipp mit selbstgemachter Kartoffelsuppe und gemütlichen Ambiente.

So isses!