Archiv für den Monat: April 2018

Datça

Unser Ziel für dieses Frühjahr , Datça. Für Daniel das dritte Mal, für mich das Erste. Irgendwo in der Türkei, am Arsch der Heide. ABER !!!Die lange Anreise von fast einem Tag ist es wert. Hamburg-Istanbul-Dalaman und zwei Stunden Autofahrt.

Da die Hinfahrt im dunkeln stattfand, habe ich die atemberaubende Landschaft der Halbinsel nicht wahr genommen. Erst auf der Rückfahrt hat es mich umgehauen. Ooookkayyy, für 60 km über eine Stunde benötigen, das spricht schon für sich, aber die Strecke Marmaris – Datça (oder umgekehrt) ist landschaftlich sensationell. Man gurkt serpentinmäßig über Kopf und Stein und hat eine tolle Aussicht auf das Meer und eine satte, grüne und hügelige Landschaft. Bombe!

Datça selbst ist größer als ich dachte (warum auch immer ich dachte es sei ein Nest…) und scheint zu boomen. Man sieht bei Saison ist es sehr touristisch, aber wohl nur türkischer Tourismus. Und dafür wird gebaut was das Zeug hält.  Jetzt, außer Saison ist es sehr leer und am Fels begegnen wir immer wieder dem gleichen Pärchen. Das Klettergebiet ist übersichtlich und man hat immer die gleiche Zufahrt (täglich grüßt das Murmeltier). Zur Info: 5er und 6er Kletterer werden hier nicht glücklich werden, das Klettergebiet ist ernsthaft bewertet und leichte Routen sind Mangelware. Warm machen heißt 6a+ und schwerer….und schwerer, dem sind keine Grenzen gesetzt. Dafür ein top abgesichertes Gebiet, auch am Umlenker alles Sahne, egal wo. Aufgrund der niedrigen Klettererfrequenz sind die Routen null speckig und teilweise echt aua.

Ein Blick auf die Sektoren Can Baba, Uzak Zurufa und Shaman, vor dem Aufstieg.

In folgenden Sektoren waren wir:

  • Sektor Shaman
  • Sektor Uzak Zurafa
  • Sektor Can Baba
  • Sektor Sucuk
  • Sektor Domuzbuku

Die Sektoren Shaman, Uzak Zurafa und Can Baba liegen an einem Felsband. Der Zustieg beträgt locker 200 Höhenmeter und dauert 20 min, da schnauft man schon mal. Sektor Shaman geht noch mal gute 10 min länger, da schnauft man noch mehr. Aber das Ziel ist klasse. Can Baba ist die Wucht, eine atemberaubende Höhle von 70 meter Höhe und 18 meter Überhang, WOWIIIEEE. Da strahlt das Kletterherz (obwohl man davon so gut wie nix Klettern kann, weil nix High-End-Kletterer), aber ein Ausflug lohnt sich definitiv und ein paar Touren in der Höhle sind auch für uns machbar.

Can Baba

Von Can Baba geht es nach links zu Uzak Zurufa und dann zu Shaman ein Übergang von orangen, verschlossenen Kalkgestein zu scharfkantigen grauen, liegenden Kalkgestein. Für jeden was dabei.

Genehmer Rückweg von Sektor Sucuk

Sektor Sucuk ist ein kurzer Walk, von der Straße etwa 7 Minuten. Die leichten Routen 6a+ und 6b machen super viel Spaß und man merkt dass der Routensetzer ein gutes Auge für eine schöne Linie hat. Mein Favorit hier, die „Thrace“, 6b+, ein riesen Gaudi. Aber auch die 7a´s lohnen sich hier. Der Rest ist für uns nicht kletterbar, aber sieht klasse aus.

Daniel vor seiner 7a „Confusion“

Süßes Überhänglein in Sucuk

Sektor Domuzbuku ist da schon eine Herausforderung, unterscheidet sich die Felsstruktur doch wesentlich von den anderen. Geschlossener Fels mit vielen negativen Griffen, hier muss verlass auf die Füße sein. Das kann gruselig sein wenn man es nicht gewöhnt ist.

Für uns und unserem Kletterlevel waren 6 Tage klettern schon ausreichend für das Gebiet. Jeder der schwerer klettert hat natürlich mehr Auswahl. Empfehlenswert ist ein 80 meter Seil und 20 Exen. Eine zusätzliche Absicherung ist nicht notwendig.

Sodele, das war es schon. Habt Spaß beim lesen.

Eure Frauke

Kennt wer die Höhlenhocker in Sektor Sucuk?!